Abteilung · Hamburg Orthopäde

Neuroorthopädie

Die Neuroorthopädie verbindet Neurologie und Orthopädie. Im Mittelpunkt stehen Bewegungs- und Haltungsprobleme, die durch Erkrankungen oder Verletzungen von Nerven, Rückenmark oder Gehirn entstehen. Unser Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, Funktionen zu stabilisieren und Mobilität sowie Teilhabe im Alltag zu fördern – mit einem klaren Fokus auf schonende, konservative Maßnahmen. Am Standort Dorotheenstraße 48, 22301 Hamburg beraten wir Sie interdisziplinär und evidenzorientiert.

Kurzprofil
Klinikbild: Neuroorthopädie
  • Location
    Hamburg
  • Approach
    Conservative + regenerative
  • Booking
    Doctolib / E-Mail

Warum Neuroorthopädie in Hamburg?

Die Neuroorthopädie verbindet Neurologie und Orthopädie. Im Mittelpunkt stehen Bewegungs- und Haltungsprobleme, die durch Erkrankungen oder Verletzungen von Nerven, Rückenmark oder Gehirn entstehen. Unser Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, Funktionen zu stabilisieren und Mobilität sowie Teilhabe im Alltag zu fördern – mit einem klaren Fokus auf schonende, konservative Maßnahmen. Am Standort Dorotheenstraße 48, 22301 Hamburg beraten wir Sie interdisziplinär und evidenzorientiert.

Behandlungsumgebung Neuroorthopädie

Erkrankungen im Fokus

Was ist Neuroorthopädie?

Neuroorthopädie befasst sich mit den Folgen neurologischer Störungen auf das Bewegungsapparat-System: Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenke. Typische Themen sind Spastik, Lähmungen, Gangstörungen, Fehlstellungen oder Schmerzen, die aus gestörter Muskelsteuerung entstehen. Die Ursachen reichen von Schlaganfall, Multipler Sklerose (MS) und Zerebralparese (CP) bis zu peripheren Nervenläsionen, Bandscheibenerkrankungen mit Nervenwurzelbeteiligung oder neuromuskulären Erkrankungen.

  • Schwerpunkte: Spastik-Management, Gang- und Gleichgewichtsanalysen, Orthesenversorgung, Schmerz- und Funktionsbehandlung
  • Ansatz: konservativ zuerst; invasive Verfahren gezielt, indikationsgerecht und transparent aufgeklärt
  • Interdisziplinär: enge Zusammenarbeit mit Neurologie, Physiotherapie, Ergotherapie und Schmerzmedizin

Nervensystem und Bewegung: die Grundlagen

Bewegung entsteht aus dem Zusammenspiel von Gehirn und Rückenmark (zentrales Nervensystem), peripheren Nerven, Muskeln, Sehnen und Gelenken. Wird eine Komponente gestört, verändert sich das Bewegungsmuster. Oberes Motoneuron (z. B. bei Schlaganfall) führt häufig zu Spastik und Koordinationsproblemen. Unteres Motoneuron (z. B. periphere Nervenläsion) verursacht eher Muskelschwäche, Atrophie und Reflexverlust. Dazu kommen sensorische Einflüsse wie Propriozeption und Gleichgewicht, die Haltung und Gang maßgeblich steuern.

  • Oberes Motoneuron: Spastik, gesteigerte Muskeleigenreflexe, Koaktivierung
  • Unteres Motoneuron: schlaffe Lähmung, Muskelschwund, verminderte Reflexe
  • Zervikale Region: HWS-Funktion beeinflusst Kopfkontrolle, Gleichgewicht und Nacken-Kopf-Schmerz

Häufige neuroorthopädische Beschwerdebilder

  • Spastik nach Schlaganfall, MS oder Zerebralparese: erhöhte Muskelspannung, schmerzhafte Verkrampfungen, eingeschränkte Hand- oder Fußfunktion
  • Fußheberschwäche (Peroneusparese): Stolpern, Fuß schleift; Bedarf an Orthesen oder funktioneller Elektrostimulation
  • Kontrakturen und Fehlstellungen: z. B. Spitzfuß, Kniebeugekontraktur, Daumen-in-Hand-Stellung
  • Skoliose und Rumpfinstabilität bei neuromuskulären Erkrankungen
  • Periphere Nervenengpasssyndrome: Karpal- oder Tarsaltunnelsyndrom, Ulnarisrinnensyndrom
  • Schulter-Arm-Probleme nach neurologischen Ereignissen: Schulterschmerz, Scapula alata, Gebrauchseinschränkung der Hand
  • Gangunsicherheit, Sturzgefahr und Gleichgewichtsstörungen (auch mit zervikaler Beteiligung)

Je nach Befund erstellen wir einen individuellen Plan, der Funktion und Alltagssituationen berücksichtigt – vom sicheren Gehen über Greifen bis zur Entlastung schmerzhafter Bereiche.

Diagnostik: strukturiert und alltagsnah

Die Abklärung kombiniert klinische Untersuchung, funktionelle Tests und, wenn sinnvoll, technische Verfahren. Ziel ist es, die beeinflussbaren Faktoren zu erkennen und realistische Therapieziele festzulegen.

  • Ausführliche Anamnese: Vorerkrankungen, neurologische Diagnosen, Alltagseinschränkungen, Sturzereignisse, Therapieerfahrungen
  • Klinische Funktionsanalyse: Muskelkraft, Tonus (z. B. modifizierte Ashworth- oder Tardieu-Skala), Gelenkbeweglichkeit, Koordination
  • Gang- und Haltungsbeurteilung: mit und ohne Hilfsmittel; ggf. Videoanalyse
  • Neurologische Zusatzdiagnostik nach Indikation: EMG/ENG, Nervenultraschall, Bildgebung (MRT/CT) über Kooperationspartner
  • Skalen und Zielvereinbarung: Goal Attainment Scaling (GAS) zur alltagsrelevanten Erfolgsmessung

Therapie: konservativ zuerst

Im Vordergrund stehen Maßnahmen, die Funktion fördern, Schmerzen reduzieren und Teilhabe ermöglichen. Die Auswahl richtet sich nach Ursache, Ausprägung und Ihren Zielen.

  • Physiotherapie: Tonusregulation, Dehn- und Mobilisationsprogramme, Kräftigung schwacher Muskelgruppen, Gleichgewichts- und Gangtraining
  • Ergotherapie: Arm-Hand-Funktion, Alltagstraining, Hilfsmittelberatung, Schienenversorgung
  • Schmerztherapie: lokal und systemisch nach Bedarf; abgewogen hinsichtlich Nebenwirkungen und Gesamtmedikation
  • Nerven- und Weichteiltechniken: Nervenmobilisation, myofasziale Techniken, Taping
  • Funktionelle Elektrostimulation (FES) oder TENS nach Indikation
  • Training mit Hilfsmitteln: Gehstützen, Rollator, Anpassung der Schritt- und Schuhtechnik

Medikamentöse Antispastika (z. B. Baclofen, Tizanidin) können in Zusammenarbeit mit Neurologie oder Hausarzt erwogen werden. Die Wirksamkeit wird regelmäßig überprüft; Dosisanpassungen erfolgen vorsichtig.

Orthesen und Hilfsmittel: gezielt einsetzen

Richtig ausgewählte und eingestellte Hilfsmittel können Sicherheit, Energieeffizienz und Schmerzreduktion unterstützen. Entscheidend ist die individuelle Anpassung und das begleitende Training.

  • Unterschenkelorthesen (AFO) bei Fußheberschwäche oder Spitzfußtendenz
  • Handgelenk- und Daumenorthesen zur Stabilisierung und zur Kontrakturprophylaxe
  • Nachtlagerungsschienen und serielle Casts zur Tonus- und Kontrakturkontrolle
  • Sitzschalen, Positionierungshilfen und Leibbandagen bei Rumpf- und Skolioseproblematik
  • Spezielle Einlagen bei sensorischen oder muskulären Asymmetrien
  • FES-Systeme für die Fußhebung, wenn klinisch geeignet

Fokale Spastik: Botulinumtoxin als Baustein

Bei fokaler Spastik kann Botulinumtoxin eine Option sein, um überaktive Muskeln zeitweise zu entspannen. Die Entscheidung erfolgt nach klar definierten Zielen (z. B. leichteres Anziehen, besseres Stehen).

  • Ultraschall- und/oder EMG-gestützte Injektionstechnik zur präzisen Dosierung
  • Wirkung zeitlich begrenzt (typisch 3–4 Monate), regelmäßige Reevaluation
  • Kombination mit Physiotherapie und Schienenversorgung entscheidend
  • Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen (z. B. vorübergehende Muskelschwäche, lokale Schmerzen)

Nicht jede Spastik profitiert von Injektionen. Bei diffuser Tonuserhöhung, ausgeprägten Kontrakturen oder fehlenden Funktionszielen stehen andere Strategien im Vordergrund.

Regenerative Verfahren: nur mit klarer Indikation

Orthobiologische Behandlungen (z. B. körpereigene Präparate) können bei begleitenden Sehnen- oder Gelenkproblemen erwogen werden. Für die direkte Behandlung neurologisch bedingter Lähmungen ist die Evidenz derzeit begrenzt. Wir klären Nutzen, Risiken und Alternativen transparent und entscheiden gemeinsam.

  • Einsatz vorrangig bei muskuloskelettalen Begleiterkrankungen (z. B. Tendinopathien, Reizungen)
  • Keine Anwendung ohne nachvollziehbare Zielsetzung und realistische Erwartungsklärung
  • Interdisziplinäre Abstimmung, z. B. über das Institut für Regenerative Bewegungsmedizin

Kinder und Erwachsene in der Neuroorthopädie

Die Bedürfnisse unterscheiden sich je nach Lebensphase. Kinder mit Zerebralparese benötigen wachstumsbegleitende Strategien zur Vermeidung von Kontrakturen und Fehlentwicklungen. Erwachsene stehen häufig vor Herausforderungen nach Schlaganfall, bei MS oder peripheren Nervenläsionen. In beiden Gruppen sind alltagsbezogene Ziele und die Entlastung von Angehörigen wichtig.

  • Kinder: Tonusmanagement, Orthesen- und Schienenkonzepte, Prävention von Kontrakturen und Hüftproblemen
  • Erwachsene: Gang- und Gleichgewichtstraining, Sturzprophylaxe, Schmerzmanagement und Hilfsmitteloptimierung
  • Kontinuierliche Anpassung der Maßnahmen an Entwicklung, Erkrankungsverlauf und Lebenssituation

Alltag und Selbsthilfe: was Sie selbst tun können

  • Regelmäßige Dehn- und Bewegungsprogramme gemäß Anleitung
  • Konsequente Orthesen- und Hilfsmittelnutzung mit passender Pflege und Nachkontrolle
  • Spastik-Trigger erkennen und reduzieren: Stress, Schmerzen, volle Blase, Infekte
  • Haut- und Druckstellenkontrolle, besonders bei sensiblen Defiziten
  • Sturzprophylaxe: Wohnumfeld anpassen, rutschfeste Schuhe, gutes Licht
  • Realistische Zielplanung in kleinen Schritten; Erfolge dokumentieren

Warnzeichen: bitte rasch abklären lassen

Bei folgenden Zeichen sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Bei Verdacht auf Notfall (z. B. plötzliche schwere Lähmung, Kontrollverlust über Blase oder Darm, starke neue Kopfschmerzen) bitte umgehend den Rettungsdienst verständigen.

  • Plötzliche Lähmung oder Gefühllosigkeit eines Armes/Beines
  • Akute Blasen- oder Mastdarmstörung, Reithosenanästhesie
  • Starker Kopfschmerz neu aufgetreten, Nackensteifigkeit, Fieber
  • Rasanter Kraftverlust nach Trauma oder starken Rückenschmerzen
  • Rasche Zunahme einer Fehlstellung mit Hautproblemen

Interdisziplinäre Vernetzung in Hamburg

Neuroorthopädische Fragestellungen profitieren von kurzen Wegen. In Hamburg arbeiten wir eng mit Neurologie, Physiotherapie und spezialisierten Zentren zusammen, um Diagnostik und Therapie aufeinander abzustimmen. Je nach Beschwerdebild können auch zervikale und kopfnahe Strukturen eine Rolle spielen.

  • Zervikale Beschwerden, Kopfschmerz oder Schwindel: Kooperation mit spezialisierten Zentren
  • Rückenschmerzen mit Nervenbeteiligung: strukturierte Abklärung und konservative Therapiepfade
  • Regenerative Optionen bei Begleitproblemen: nach Aufklärung und Indikationsprüfung

Ihr Termin in Hamburg

Sie finden uns in der Dorotheenstraße 48, 22301 Hamburg. Bringen Sie nach Möglichkeit Vorbefunde (Arztbriefe, Bildgebung, Orthesenprotokolle) sowie eine Liste Ihrer Medikamente mit. So können wir die Situation zielgerichtet einschätzen und mit Ihnen realistische Ziele formulieren.

Verknüpfte Diagnostik
Labordiagnostik
Gezielt auswählen, wenn Ergebnisse Entscheidungen ändern.
Stoffwechsel- & Entzündungsdiagnostik
Gezielt auswählen, wenn Ergebnisse Entscheidungen ändern.
Mikronährstoff- & Vitalstoffanalyse
Gezielt auswählen, wenn Ergebnisse Entscheidungen ändern.
Passende Therapien
Regenerative Medizin
Konservativ & regenerativ kombinierbar, individuell dosiert.
Zell- & Stoffwechselregeneration
Konservativ & regenerativ kombinierbar, individuell dosiert.
Injektionstherapien
Konservativ & regenerativ kombinierbar, individuell dosiert.

FAQ

Wenn Bewegung, Haltung oder Schmerz durch eine bekannte oder vermutete neurologische Ursache beeinträchtigt sind – z. B. Spastik, Fußheberschwäche, Gangunsicherheit, Fehlstellungen oder wiederholte Stürze. Auch bei unklaren Beschwerden ist eine strukturierte Erstbeurteilung sinnvoll.

Basis sind Anamnese, neurologisch-orthopädische Untersuchung und Funktionsanalyse (Gang, Gleichgewicht). Ergänzend können EMG/ENG, Nervenultraschall oder Bildgebung über Kooperationspartner erfolgen – jeweils nur, wenn sie Konsequenzen für die Behandlung erwarten lassen.

Nein. Es kann bei fokalen, klar störenden Muskelüberaktivitäten nützlich sein. Voraussetzung sind definierte Ziele und eine Kombination mit Physio-/Ergotherapie und ggf. Schienen. Wir prüfen Nutzen, Risiken und Alternativen gemeinsam.

Das hängt von Ursache, Tonus, Kraft und Ihren Zielen ab. Häufig kommen Unterschenkelorthesen (AFO) bei Fußheberschwäche, Hand- oder Daumenorthesen und Nachtlagerungsschienen zum Einsatz. Entscheidend sind individuelle Anpassung und Training.

Für die direkte Behandlung neurologisch bedingter Lähmungen ist die Evidenz begrenzt. Bei begleitenden Sehnen- oder Gelenkproblemen können orthobiologische Verfahren erwogen werden – stets mit transparenter Aufklärung und realistischen Erwartungen.

Ja, im Rahmen der neuroorthopädischen Sprechstunde können Tonusmanagement, Orthesen- und Schienenkonzepte sowie Prävention von Kontrakturen geplant werden. Die Maßnahmen werden an Wachstum und Alltag angepasst.

Das ist individuell. Übungen, Hilfsmittelanpassungen oder Schmerzstrategien können zeitnah spürbar sein. Tonus- oder Funktionsverbesserungen brauchen oft Wochen bis Monate und regelmäßige Nachsteuerung. Garantien sind nicht möglich.

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